Gedichte 01 - Wenn mein Leben Flügel hätte

Wenn mein Leben Flügel hätte,
würd ich sie benutzen.
Flög mit jedem um die Wette,
ließ sie mir nicht stutzen!

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"Wenn mein Leben Flügel hätte..." versammelt kurze Gedichte und lyrische Miniaturen voller Wärme, Witz und Lebensweisheit. Zwischen heiteren Alltagsbeobachtungen und nachdenklichen Erinnerungen spiegeln sich Familienbande, Festtraditionen und die Sehnsucht nach Freiheit. Die Sprache ist klar, unmittelbar und vortragsfreundlich — ideal für Lesungen, Geschenkbände und jede Sammlung, die Herzenswärme mit einem Augenzwinkern sucht.

»Das schönste Gedicht besteht nur aus Versen; die Verse aus Wörtern; die Wörter aus Silben; die Silben aus einzelnen Lauten. Diese müssen nach ihrem Wohlklange oder Übelklange geprüft, die Silben gezählt, gemessen und gewogen, die Wörter gewählt, die Verse endlich geordnet und aneinandergefügt werden.«

 

(August Wilhelm Schlegel, Briefe über Poesie, Silbenmaß und Sprache)



Die Reise zu sich selbst: „Flügel“ und „Boote am Strand“

 

Im titelgebenden Gedicht „Flügel“ stellt sich Breuer das Leben als eine unendliche Reise vor, bei der Flügel die Freiheit und Möglichkeit symbolisieren, seine eigene Bestimmung zu suchen und den eigenen Weg zu gehen. Die Zeilen „Würde dann für mich entscheiden, / wie weit meine Reise geht“ fassen den Kern seiner Philosophie zusammen – der Mensch ist Reisender und Gestalter seines Lebens. In „Boote am Strand“ wird dieses Motiv vertieft. Hier stehen Boote, die durch die Wellen bewegt werden, für das menschliche Schicksal. Die Boote sind "jeglicher Bestimmung beraubt," bis die Flut kommt und sie wieder auf das Meer hinauszieht. Breuer spricht hier über die Vergänglichkeit, den natürlichen Zyklus von Ruhe und Bewegung und den ewigen Drang des Menschen nach Sinn und Erfüllung.